20 Jahre Villa Milagrosa – 2026 ist Jubiläumsjahr 


Dieses Jahr ist ein ganz besonderes für uns: Wir starten in unser 20-jähriges Jubiläum sowohl des Fördervereins als auch des Projekts in Peru. 20 Jahre? Ja, tatsächlich. Im Sommer 2006 haben wir den Verein gegründet und gemeinsam mit vielen Engagierten den Grundstein für die Casa Milagrosa gelegt. Seitdem ist unglaublich viel passiert. Deshalb werden wir nicht nur in diesem Rundbrief zurückblicken, sondern Euch im Laufe des Jahres immer wieder kleine Einblicke in diese gemeinsame Geschichte geben.

Wenn wir die Zahlen betrachten, wird erst richtig sichtbar, was entstanden ist: Über 80 Freiwillige waren seit der Gründung in Nueva Cajamarca im Einsatz, und bis heute haben rund 1.800 Kinder bei uns ihre Grundschulzeit abgeschlossen. Die ersten von ihnen lernten noch in den
provisorischen Räumen auf dem Gelände der Pfarrgemeinde heute sind sie Mitte zwanzig und stehen mitten im Leben. Wir haben Schulleiter Wilmer gefragt, was aus einigen von ihnen geworden ist. Brian hat nach der Casa Milagrosa die weiterführende Schule besucht, ein Stipendium erhalten und ist heute Bauingenieur er baut Häuser in Nueva Cajamarca. Die
Zwillinge Nayeli und Nayari haben Jura studiert und arbeiten als Anwältinnen in Chiclayo. Junior hat eine Mechaniker-Ausbildung abgeschlossen und betreibt inzwischen seine eigene Werkstatt. Für das peruanische Team ist es besonders schön zu sehen, dass die Kinder ihre Chancen genutzt haben und nun ihren eigenen Weg gehen.

Viele von ihnen kommen bis heute zu den zahlreichen Festen, die in Peru gefeiert werden, zurück an die Schule – als Ehemalige, als Unterstützerinnen und Unterstützer, als Teil der Gemeinschaft. Das zeigt, wie sehr die Casa Milagrosa über all die Jahre zu einem Ort der Verbundenheit geworden ist. Auch strukturell hat sich viel verändert: Während das Projekt zu Beginn vollständig von Spenden aus Deutschland abhängig war  (abgesehen von kreativen Aktionen wie Pizza-Verkäufen vor Ort) stammt heute fast drei Viertel des finanziellen Bedarfs aus Peru selbst. Das macht die Schule unabhängiger, stabiler und langfristig tragfähiger: genau das war immer unser Ziel.

Regierungen wechselten schneller als Schuljahre

Nicht nur das Projekt, auch Peru selbst hat sich in diesen 20 Jahren stark verändert. Die Aufarbeitung der Fujimori-Zeit, die Erinnerung an Terror und Gewalt sowie eine lange Reihe von Präsidenten, die wegen Korruption angeklagt oder abgesetzt wurden, haben das Land politisch
geprägt. Gleichzeitig zeigt Peru immer wieder, wie viel Kraft und Kreativität in seiner Gesellschaft steckt: Die peruanische Küche wurde mehrfach als beste des Kontinents ausgezeichnet, Bergbauern klagen gegen internationale Konzerne wegen der Folgen des Klimawandels – und stoßen damit weltweite Debatten an. Und während Regierungen oft schneller wechselten als Schuljahre, blieb eines erstaunlich konstant: die Fähigkeit der Menschen, Krisen mit Humor, Musik, Festen und großer Lebensfreude zu begegnen.

Auch Nueva Cajamarca hat sich gewandelt – von einer jungen Siedlung hin zu einer wachsenden Stadt mit all ihren Herausforderungen, aber auch viel Potenzial. Heute gibt es dort mehr Infrastruktur, neue Möglichkeiten und ja, inzwischen sogar Pizzerien.

Was uns in all den Jahren jedoch immer getragen hat, ist das verlässliche, engagierte Team in Nueva Cajamarca und Eure großartige Unterstützung hier in Deutschland. Danke für zwanzig tolle Jahre.

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