Jahresrückblick 2022 – Villa Milagrosa steht vor Herausforderungen

Corona, Klima und Ernährungspreise

Das Jahr 2022 war sicher kein Einfaches – auch für das Villa Milagrosa Team. Die Situation in der Welt macht auch nicht vor Nueva Cajamarca halt. Erst war es die Corona-Krise und ein sehr harter lockdown, der zu zahlreichen Jobverlusten vor allem bei der ärmeren Gesellschaftsschicht geführt hatte. Nun trifft das Land, wie viele andere Regionen auf der Welt, die steigenden Preise für Lebensmittel und Energie. Dazu kommt die Klimakrise, die sich seit ein paar Jahren verstärkt bemerkbar macht und zum Beispiel mit unregelmäßigen Regenzeiten den Landwirten die Ernten beeinträchtigt. Das wirkt sich aus auf die Preise und Kosten vor Ort aus, weshalb und das peruanisch-deutsche Organisationsteam für das nächste Schuljahr einen Sparkurs einschlagen muss. 

Das heißt, dass wir im neuen Jahr auch weniger Kinder betreuen können und wir müssen den Kindergarten vorübergehend schließen. Für die Grundschule wird ein Sparkurs gefahren. Zwei Lehrkräfte haben sich bereits bereit erklärt zwei Klassen zu betreuen. Auch mobilisieren die Eltern und kümmern sich mit Verkaufsaktionen um Zusatzeinkünfte. Das Gartenprojekt des Schulzentrums wirft zudem auch ein wenig Geld ab, auch wenn der Großteil des Gemüses direkt vor Ort in der Schulküche verkocht wird. Aus Deutschland werden etwa ein Drittel der laufenden Kosten gestemmt. Mittelfristig will sich der Verein auch in Bräunlingen anpassen und die Herausforderungen der Zukunft mit neuen Ideen oder Projektansätzen angehen. Wir sind über ganz Deutschland verstreut und sind beruflich und familiär eingespannt. Zudem hat die Corona Krise hat es auch uns schwer gemacht sich regelmäßig zu treffen und neue Ideen zu entwickeln. Dennoch schauen wir Zuversicht ins neue Jahr, denn Krisen sind auch immer ein Grund sich neu zu erfinden – auch das darf nach 16 Jahren mal sein. 

Viele von Ihnen haben uns mit dem Kauf von Kaffee unterstützt. Die Energie- und Transportpreise machen es uns leider auch hier nicht leicht. Da sowohl die Röstkosten, als auch die Transportkosten für den Kaffee nach Deutschland sich verdoppeln, müssten wir den Preis für Kaffee stark anheben. Wir merken einmal mehr, wie schwierig es ist, ein Konzept zu erarbeiten, dass für die kleinere Menge klappt – wir haben fast 2000 kg Rohkaffee gekauft, das ist aber noch lange nicht die Menge, ab der es bei den aktuellen Preisen leistbar ist und für das Bildungszentrum noch ein kleiner Gewinn entstehen würde. Wir bleiben aber dran, dennoch wird es wohl 2023 erstmal kein Perusco mehr geben.

Auch wenn 2022 ein herausforderndes Jahr für die Villa Milagrosa ist, blicken wir zuversichtlich in die Zukunft. Rückblickend haben wir in den letzten Jahren ein Schulgebäude mit bester Infrastruktur errichtet und vor Ort gibt es eine stabile Wasser- und Stromversorgung sowie Internet und genügend Platz zum unterrichten und spielen. Wo damals noch ein Maisfeld stand, arbeiten heute 13 angestellten Lehrkräften und Mitarbeitende, die alle faire Löhne erhalten. Bislang konnten 130 Kinder die Schule besuchen und wir damit Möglichkeit zur Bildung und Teilhabe sichern. Zudem arbeiten wir seit nun 16 Jahren partizipativ, auf Augenhöhe und Miteinander an unserem Projektgedanken und sind stolz und dankbar, was wir in den letzten Jahren gemeinsam mit der peruanischen NGO erschaffen haben.

Wir möchten uns für die Treue und Unterstützung für Villa Milagrosa auch im letzten Jahr herzlich bedanken und wünschen Ihnen und Ihrer Familie alles Gute für 2023

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